TREND+ im Fokus: Blockchain – Welt im Wandel

Die digitale Währung Bitcoin schickt sich an, Bargeld überflüssig zu machen. Doch die zugrundeliegende Blockchain-Technologie könnte sich als weit folgenreicher herausstellen.

Bargeld hat derzeit einen schweren Stand. Im nordrhein-westfälischen Kleve etwa runden seit Februar viele Händler Rechnungen auf Fünf-Cent-Beträge auf oder ab. Sie wollen das lästige Kleingeld loswerden, da Banken auf Erwerb und Einzahlung von Kleinmünzen immer höhere Gebühren erheben. Eine noch umfassendere Lösung wäre die Umstellung auf Bitcoins. Die Währung existiert ausschließlich digital. Statt die Brieftasche zu zücken, könnte also bequem per Smartphone oder Smart Watch bezahlt werden. Unternehmen wie PayPal, WordPress oder Burger King in Holland akzeptieren bereits Zahlungen in Bitcoin. Aber wo kommt das digitale Geld her? Im Unterschied zu klassischen Währungen werden Bitcoins nicht durch Zentralbanken vermehrt, sondern von Computern durch einen komplexen Algorithmus „geschürft“ – insgesamt können auf diese Weise maximal 21 Millionen Bitcoins erzeugt werden. Ihr Marktwert ergibt sich aufgrund von Angebot und Nachfrage. Bei Redaktionsschluss lag der Wert eines Bitcoins bei rund 380 Euro.

BLOCKCHAIN ALS BASIS

Doch die wahrscheinlich interessanteste Eigenschaft von Bitcoin ist die Blockchain-Technologie im Hintergrund. Stark vereinfacht läuft der komplette Bitcoin-Zahlungsverkehr über eine Datenbank, in der sämtliche Transaktionen verzeichnet sind: die Blockchain. Soll ein Handel in Bitcoin stattfinden, prüft das System etwa anhand der Blockchain, ob ein Nutzer solvent ist. Erst wenn der Handel so verifiziert wurde, kann er auch vollzogen werden, die Blockchain wird aktualisiert. Auf diese Weise wird transparent abgebildet, welcher Nutzer wie viele Bitcoins besitzt und wohin die digitale Währung fließt. Da die Transaktionen einer starken Verschlüsselung unterliegen, sind sie vor Manipulationsversuchen Dritter geschützt. Sorgen, der Nachbar könne jetzt das eigene Konto einsehen, sind unbegründet. Denn die Transfers erfolgen ausschließlich in chiffrierter Form.

TRANSPARENT UND EFFIZIENT

Machenschaften wie beispielsweise Geldwäsche und Falschgeldzahlungen dürften dank der Blockchain ein Ende haben. Doch die Technologie eignet sich nicht nur für Bitcoins. Prinzipiell lassen sich alle Märkte mit dem Blockchain-Prinzip unterlegen. Ob Wertpapierbörse, Immobilienmarkt oder die Stimmabgabe bei demokratischen Wahlen: Eine dezentrale Verwaltung via Blockchain schafft Transparenz, Verbindlichkeit und Effizienz. Besonders im Hinblick auf den dritten Punkt hat die Blockchain das Potenzial, die Welt zu verändern.

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Blockchain: Die nächste Business-Revolution

Die neue Ausgabe der TREND+ beschäftigt sich in drei Artikeln dem Phänomen Blockchain. Lesen Sie vorab exklusiv wie die nächste Business-Revolution aussehen könnte.

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