Die Risiken erkennen – Compliance-Gefahren im Blick

Wirtschaftsbetrug, Korruption, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung – wer Compliance-Gefahren wie diese ausschließen will, braucht verlässliche Unternehmensinformationen und wirksame Kontrollsysteme.

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Dieser Grundsatz aus dem römischen Recht gewinnt mit Blick auf international vernetzte Geschäftsbeziehungen und Firmenstrukturen an Bedeutung. In Zeiten der Globalisierung bewegen sich Unternehmen in einem komplexen Umfeld sowie in diversen Rechtsräumen. Folge: Es drohen Risiken, die zu erheblichen Konsequenzen führen können. Wirtschaftsbetrug, Geldwäsche, Korruption und die Förderung des internationalen Terrorismus – solche Rechtsverstöße von Unternehmen finden eine immer größere Aufmerksamkeit in Medien und Öffentlichkeit. Kein Wunder also, dass das Thema Compliance auf der Agenda der internationalen Wirtschaft ganz nach oben gerückt ist.

Zwei Billionen US-Dollar

Erst Anfang des Jahres 2015 machte die Schweizer Tochtergesellschaft des größten Bankhauses Europas Schlagzeilen: die HSBC. Französische Medien berichteten von einer Abteilung, die Hunderttausendene Dollar in Geldbündeln ausländischer Währungen in bar ausbezahlte und ihren vermögenden Kunden beim Steuerbetrug half. Internationale Finanzregulierungsbehörden und Regierungen kannten die Tatsachen seit Jahren und haben sie systematisch vertuscht. Auch im FIFA-Skandal wird über jahrzehntelange Korruption, Betrug und Verdachtsfälle von Geldwäsche beim Weltfußballverband berichtet. Die prominenten Beispiele sind nicht die einzigen. So schätzt das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, dass jährlich ein Volumen zwischen 800 Milliarden und zwei Billionen US-Dollar gewaschen wird. Das entspricht zwei bis fünf Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

Unterschätzte Gefahren

Dem wollen nationale und internationale Gesetzgeber einen Riegel vorschieben. Aufgrund der Terror- und Embargoverordnungen der EU dürfen keine Geschäfte mit Personen und Unternehmen getätigt werden, die auf Sanktionslisten stehen. Die am 25. Juni 2015 in Kraft getretene vierte Geldwäscherichtlinie etwa, die in Deutschland in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden muss, verschärft nochmals die Sorgfaltspflichten für Unternehmen. Das Ziel: Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung weiter unterbinden und den Finanz- und Wirtschaftskreislauf vor Verlusten schützen. Oft aber werden gerade im Mittelstand die mit Compliance verbundenen Rechtsrisiken unterschätzt. Denn zusätzlich zu nationalen greifen auch internationale Gesetze. Kurz: Ein Unternehmen kann auch für das Verhalten von Angestellten und Geschäftspartnern straf- und ordnungsrechtlich belangt werden.

 

Herausforderungen Compliance

Herausforderungen Compliance

Kenne deinen Kunden

Wer das verhindern will, braucht eine funktionierende und nachweisbare Prävention. Dies auch deshalb, weil Unternehmen von Lieferanten und Geschäftspartnern vermehrt den kontrollierbaren Einsatz von Compliance-Standards fordern. Mit Blick auf das Negativbeispiel HSBC zeigt sich so die ökonomische Relevanz von Compliance. Doch was bedeutet das für Unternehmen? „Vom Klein- und mittleren Betrieb bis zum Konzern – nur wer die erforderlichen Aktivitäten zur Vermeidung von Rechtsverstößen systematisch befolgt, schließt Risiken aus“, sagt Tania Cholet, Compliance-Expertin bei Bisnode Deutschland. Gelingt dies nicht, drohen juristische Konsequenzen wie Haftungs- und Schadenersatzansprüche gegen die Firma und deren Leitung, Bußgelder, der Entzug staatlicher Genehmigungen, Importverbote und sogar strafrechtliche Sanktionen. Zudem muss mit dem Verlust an Reputation, mit negativen Kundenreaktionen und mit Umsatzeinbußen bis hin zu schlechteren Ratings gerechnet werden.

Kenne deinen Kunden! Das Know-your-Customer-Prinzip ist das Gebot der Stunde. „Wer Verträge mit international agierenden Firmen schließt, sollte zuvor das Führungspersonal des Unternehmens und dessen mögliche weltweite Verflechtungen verifizieren“, berichtet Cholet. „Handelt es sich eventuell um politisch exponierte Personen und deren Umfeld? Das könnte zu Reputationsschäden führen.“ Wer einen neuen Kunden gewinnt, ist zudem gesetzlich zu Wachsamkeit verpflichtet. „Stimmt die Identität? Wie sind die Eigentümerstrukturen? Gehört der Lieferant beispielsweise zu einem Mutterkonzern? Wer ist am Ende dann der wirtschaftlich Berechtigte? Mit Compliance-Systemen wie Bisnode D&B Onboard stehen solche Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung.

Valide Informationen

Compliance-konform zu sein heißt also, Verantwortung zu übernehmen. Das gilt für Unternehmer und Mitarbeiter gleichermaßen. Doch was in der Theorie so einfach klingt, ist in der Praxis durchaus komplex. Beispielsweise stehen Compliance-Verantwortliche nicht selten vor der Herkulesaufgabe, die relevanten Informationen und Hintergründe zu finden und zu verifizieren. Eine Internetrecherche – wie in vielen Firmen durchaus üblich – kostet Zeit, zudem sind die Ergebnisse weder bestätigt, noch bewertet. Das Problem zeigt auch die „Globale Anti-Geldwäsche Studie 2014“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG auf. Demnach liegen die größten Schwierigkeiten darin, überhaupt an valide Daten zu kommen, komplizierte Eigentumsrechtstrukturen und wirtschaftlich Berechtigte zu identifizieren. Auch die Vorgaben, Rechercheergebnisse einheitlich und transparent für Prüfungen (Revisionen und Audits) zu dokumentieren, werden als schwierig erachtet.

Wichtiges und geeignetes Mittel

Nach Aussage der Bundesregierung sind Compliance-Systeme grundsätzlich als wichtiges und geeignetes Mittel zur Prävention und Aufklärung von unternehmensbezogenen Rechtsverstößen zu erachten. „Vor allem bei verschachtelten und grenzüberschreitenden Beteiligungsverhältnissen lässt sich oft nur schwer aufdecken, wer in einem Unternehmen letztlich die Kontrolle ausübt. Aber es geht auch um die Personen, die letztlich hinter einem Unternehmen stehen und die tatsächliche Kontrolle ausüben, ohne Eigentümer oder Inhaber von Anteilsrechten zu sein“, sagt Bundesjustizminister Heiko Maas. Eine wirksame Geldwäschebekämpfung etwa sei nur möglich, wenn man genau diese Personen identifiziert, da sonst die Spur des schmutzigen Geldes zu leicht zu verwischen sei. Tania Cholet: „Compliance ist eine der Grundvoraussetzungen für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Tools wie D&B Onboard können dabei schnell und unkompliziert helfen.“

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