Risikomanagement News

Portfoliomanagement senkt Ausfallrisiken

08 Jun 2018

In der Juni-Ausgabe der "Beschaffung aktuell" erschienen:

Konsequentes Risikomanagement vermindert deutlich die Ausfallwahrscheinlichkeit innerhalb des Geschäftspartnerportfolios. Das zeigt die aktuelle Studie "Risikomanagement im Benchmark - Geschäftspartnerrisiken erkennen und nachhaltig reduzieren 2017", die vom Data-Analytics-Anbieter Bisnode durchgeführt wurde. Hand stoppt Dominokette

Die Studie ist eine Fortführung der Geschäftspartnerrisiken-Untersuchung von 2015. Untersuchungsobjekt war die Entwicklung des Ausfall- und Zahlungsverzugsrisikos von mehr als 300 realen internationalen Geschäftspartnerportfolios aus dem Zeitraum 2010 bis 2017. Diese Portfolios umfassten etwa 250.000 Geschäftsbeziehungen zu internationalen Kunden und Lieferanten von überwiegend deutschen, mittelständischen Unternehmen. Von den deutschen Geschäftspartnern, die im Rahmen der Studie betrachtet wurden, wird rund 13 Prozent ein überdurchschnittliches Ausfallrisiko bescheinigt, seit 2010 mit sinkender Tendenz. Global sind es 19 Prozent der Kunden und Lieferanten, die mit solch einem Risiko behaftet sind.

Über stringentes Risikomanagement und einen aktiven Portfoliomanagementprozess konnten rund 90 Prozent der Unternehmen den Anteil stark ausfallgefährdeter Geschäftspartner senken. Das entspricht fünf Prozentpunkten mehr als 2015, wie in der untersuchten Entwicklung der Risikoverteilung erkennbar ist. Drei Viertel der Unternehmen konnten den Geschäftspartneranteil mit überdurchschnittlichem Ausfallrisiko unter 20 Prozent senken. Den größten Erfolg verzeichneten dabei Risikomanager kleiner Portfolios mit weniger als 250 Geschäftspartnern.

2017 ist der Anteil unpünktlicher Zahler jedoch in rund 90 Prozent der untersuchten Portfolios angestiegen, was den Trend der Vorjahre bestätigt. 2017 zahlten 55 Prozent der Lieferanten und Kunden ihre Rechnungen verspätet, was im Vergleich zu 2012 einen Anstieg um 17 Prozent darstellt. Im Gegenzug nimmt der Anteil fristgerechter Zahler deutlich ab. Er ist innerhalb von fünf Jahren um rund 20 Prozentpunkte auf etwa 55 Prozent gesunken. Somit hat sich das Zahlungsverhalten deutscher Unternehmen schneller verschlechtert als im Gesamtportfolio. Rangierte Deutschland bisher beim Zahlungsverhalten alleinig an der Spitze, befindet es sich nun in einer Reihe mit Österreich, der Schweiz und Tschechien. In diesen Ländern hat der Anteil versäumter Rechnungen deutlich abgenommen.

"Die branchen- und länderübergreifend beachtlichen Divergenzen und die insgesamt nicht unerhebliche Höhe des Anteils mit überdurchschnittlichem Ausfallrisiko bewerteter Unternehmen zeigen die überragende Bedeutung eines Risikomanagementprozesses, der sich auf die langfristige und kontinuierliche Überwachung der Ausfallrisiken aller relevanten Geschäftspartner fokussiert. Dazu zählen die fortwährende Überprüfung bestehender Geschäftsbeziehungen und eine konsequente Trennung von stark ausfallgefährdeten Partnern, ebenso wie die frühzeitige kritische Risikobewertung neuer Geschäftspartner", so Michael Seifert, Senior Manager Business Consulting, Bisnode Deutschland GmbH.

Weitere Studienergebnisse

  • Bei Geschäftspartnern aus den USA liegt der Unternehmensanteil mit überdurchschnittlichem Ausfallrisiko bei unter 20 Prozent und damit am niedrigsten. Bei Unternehmen aus Westeuropa liegt der Wert bei rund 26, bei denen aus Osteuropa bei 35 und bei Firmen aus dem Rest der Welt zwischen 60 und 70 Prozent.
  • Hinsichtlich des Anteils von Geschäftspartnern mit überdurchschnittlichem Ausfallrisiko sin in der Branchenanalyse nicht nur deutliche Unterschiede in einzelnen Branchen, sondern auch eine hohe regionale Spezifik erkennbar.
  • Im Forderungs- und Kreditmanagement gelingt die Reduzierung des anteils und der Forderungsbestände gegenüber den säumigen Zahlern aus dem Ausland.
  • Bei den Lieferanten steigt der Anteil säumiger Zahler auf 81 Prozent. Das lässt zukünftig höhere Risiken in der Supply Chain erwarten.

 

Die vollständige Studie können Sie hier kostenfrei bei uns anfordern.

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