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Vollständige Due Diligence: Woher beziehen Sie relevante Daten? (Spoiler: Google reicht nicht)

| Oktober 30, 2020

Wirtschaftlich Berechtigter, Firmenverflechtungen, Registerdaten, Identifikationsdaten, Finanzinformationen, Sanktions- und PEP-Listen: Je nachdem, ob Sie sich in der vereinfachten oder verstärkten Prüfung befinden, ist die Liste an Daten, die Sie für ihre Third-Party Due Diligence benötigen, ist gefühlt endlos. Gut ist, wenn Sie wissen, welche Daten Sie für die Ziele Ihrer Compliance brauchen. WUNDERBAR ist es, wenn Sie wissen, wo Sie sie herbekommen. Und zwar verlässlich! Die in diesem Artikel beantworten wir die Gretchenfrage: Welche Datenquellen brauche ich? 

Daten gibt es wie Sand am Meer. Es ist ein wunderbarer erster Schritt, wenn Sie aus dieser Flut raussieben können, was Sie brauchen. Dabei hilft Ihnen dieser Artikel. 

Das nächste große Fragezeichen: „Woher krieg ich diese Daten?“. Je nachdem, welchen Datenbedarf Sie in Ihrem Unternehmen sehen, ist es mehr oder weniger herausfordernd, diese Daten zu beschaffen. Besonders bei der Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten stoßen freie Tools an ihre Grenzen.

Datenquellen gibt es viele. Nicht alle liefern qualitative, konsistente und verlässliche Daten.

Das Problem mit Google

Sie können den einfachen Weg gehen: Dr. Google hilft nicht nur bei der Suche nach Krankheitssymptomen, perfekten Geburtstagsgeschenken oder witzigen Katzenbildern, sondern auch bei der Beschaffung von Informationen zu Unternehmen. Gehen Sie den automatisierten Weg, benutzen Sie Webcrawler, die Ihnen die Arbeit abnehmen und vielfältige Screening-Ergebnisse liefern.

Doch wie beim Googlen nach Symptomen, bei dem am Ende unzählige Hiobs-Botschaften als Diagnosen angeboten werden, stehen Sie auch beim Googlen von Unternehmensdaten vor einem großen Problem: Sind die gelieferten Daten auch valide? Es gibt Möglichkeiten, die Vertrauenswürdigkeit von Daten zu überprüfen. Der einfachste Weg besteht darin, zu prüfen, ob Quellenangaben mitgeliefert werden. Beim Webcrawling kann dies eine Schwierigkeit darstellen. Die meisten Datenprovider wie auch Bisnode zeigen detailliert an, woher die Daten bezogen werden. In Punkt Vertrauenswürdigkeit gilt sowohl bei der Gesundheit als auch bei der Due Diligence: Lieber zum Experten, statt zu Google und Co. 

Die Limits der Webcrawler

Bei der Suche nach Daten, welche nicht offensichtlich zugänglich sind, stehen Suchmaschinen und Webcrawler ebenfalls vor einer Hürde. Informationen wie Eigentümerverhältnisse, Zahlungsdaten oder Rechtsverstöße sind über klassische Suchmaschinen schwieriger bis nicht zu finden. 

Möchten Sie ausschließlich prüfen, ob Ihre Geschäftspartner auf einer Sanktionsliste stehen? Automatisierte Webcrawler reichen aus, um Ihnen diese Daten zu liefern. Achtung: Auch hier besteht die Hürde, dass Sie zwar Daten zu Sanktionslisten und eventuell Watch- und Blacklists erhalten. Die wenigsten Webcrawler ermöglichen aber eine tatsächliche Identifizierung des Geschäftspartner. Unter anderem auch, weil sie über keinen Unique Identifier wie die D&B D-U-N-S®- Nummer verfügen. Auch Daten zum wirtschaftlich Berechtigten liefern diese Tools nicht ausreichend und erlauben keine lückenlose Abbildung Ihrer Third-Party Due Diligence. 

Was Sie nicht wissen, kann Ihnen schaden!

Was Sie nicht wissen, kann Ihnen schaden!

Oft haben Unternehmen nur ein oberflächliches Verständnis von ihren Geschäftspartnern. Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs! Sie möchte wissen, was sich unter der Oberfläche befindet? Und was davon Ihr Geschäftsverhältnis beeinflusst? Wir haben eine Infografik für Sie erstellt.

Kombiniertes Screening für eine vollumfängliche Due Diligence

Was braucht es für einen lückenlosen Prozess? Empfehlenswert ist eine Kombination aus einem verlässlichen Datenlieferanten und Eigenrecherche über freie Tools.

Ein Adverse Media Screening ist über Suchmaschinen wie Google zwar im Prinzip machbar: Wer gut mit Google und Co. umgehen kann und viel (!) Geduld beweist, wird auch über Suchmaschinen im Bereich Adverse Media fündig. Schwieriger wird es bei PEPs, sofern diese wegen Bekanntschaften und nicht wegen ihrer selbst als PEP gelten. Und auch Sanktionslisten müssten einzeln angesteuert werden, was ausgesprochen aufwändig ist. Ebenfalls problematisch im Bereich Adverse Media ist das Screening von Online Medien, da auch Zeitungen zunehmend Online-Abos für detaillierten Zugriff verlangen bzw. die Artikel nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr verfügbar sind. 

Adverse Media Screening beschäftigt sich mit Negativmeldungen wie Geldwäsche, Betrug oder Terrorismusfinanzierung. Das macht Sie auf Bedrohungen für Ihr Unternehmen aufmerksam. Positivmeldungen werden über klassisches Adverse Media Screening nicht abgedeckt, weswegen es von Vorteil ist, kostenlose Tools wie z.B. Google Alerts zu nutzen, um ein ganzheitliches Bild zu erhalten. Allerdings nur zur allgemeinen Orientierung und nur in Verbindung mit einem qualitativ hochwertigen Adverse Media Screening! 

Beim selbstständigen Screenen stoßen Sie auch auf das Problem, dass es schwierig wird durch bloße Eigenrecherche den wirtschaftlich Berechtigten zu ermitteln. In Deutschland zum Beispiel sind Transparenzregister häufig Auffangregister und beinhalten nur das, was man schon in anderen Registern findet. Um die Berechtigungsverhältnisse zu ermitteln, müssten Sie als Verpflichtete/r mehrere Register in Kombination mit Google konsultieren. Bei internationalen oder globalen Verflechtungen wird das herausfordernd. 

Die 3 Zutaten für eine vertiefte Due Diligence

Für eine vertiefte Due Diligence benötigt es also: 

- einen vertrauenswürdigen Datenlieferanten

- mit verlässlichen Daten,

- aber auch ein Abschöpfen von Informationen in Eigenregie.

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