Blog Risiko & Kredit Scoring

In diesen Ländern ist das Risiko Geschäfte zu machen besonders hoch

|

Die Corona-Krise hat uns einmal mehr gezeigt, wie schnell sich die wirtschaftliche Lage in einzelnen Ländern negativ verändern kann. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen diese Risiken regelmäßig überwachen.

Ein Blick auf die Länderrisikokarte von Dun & Bradstreet zeigt, dass das Risiko in vielen Volkswirtschaften noch immer hoch ist. Besonders in Ländern wie Afghanistan, Libyen oder Syrien ist es riskant, Geschäfte zu machen. Hier liegt der Country Risk Score von Dun & Bradstreeet bei DB7. Damit zählen die Länder zu den am schlechtesten bewerteten weltweit.

Aktuelle Länderrisiko Weltkarte von Dun & Bradstreet (Stand: April 21)

„Politische Unruhen, eine schlechte wirtschaftliche Performance oder eine unterentwickelte Infrastruktur. All das sind Faktoren, die in unsere Bewertung der Länder einfließen und letztendlich zu einem solchen Ergebnis führen“, erklärt Markus Kuger, Chefvolkswirt bei Dun & Bradstreet.

Daten von nationalen Statistikbehörden

Risiken in mehr als 132 Ländern analysiert Dun & Bradstreet weltweit. Das sind mehr als 99 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. „Damit decken wir fast den gesamten Markt ab. Ausgenommen sind Mikro-Staaten sowie einige Volkswirtschaften in Afrika“, sagt Kuger.

Als Basis für die Bewertung der Länder dienen unter anderem Daten von Zentralbanken und nationalen Statistikbehörden wie dem statistischen Bundesamt oder dem internationalen Währungsfond. Die Bewertungsskala des Country Risk Scores von Dun & Bradstreet reicht von DB1 bis DB7 und untergliedert sich in der Kategorie 1-6 nochmals in Quartile (von a bis d).

Realistischer Blick in die Zukunft

„Für die Bewertung schauen wir uns Daten aus vier Themengebieten an. Ziel ist es, einen umfassenden Blick auf die Lage der Länder zu erhalten, um zu einer realistischen Risikoeinschätzung zu kommen“, so Kuger.

Der erste Bereich ist das Handelsumfeld. Hier prüfen Analysten von Dun & Bradstreet genau, wie stabil die Lieferketten sind, wie gut die Infrastruktur in einem Land ist oder wie wahrscheinlich es ist, dass eine Naturkatastrophe die Lieferkette beeinflussen könnte.

Im Bereich wirtschaftliche Risiken werfen die Experten einen Blick auf die Entwicklung der Wirtschaft. Dabei stehen Fragen wie: Ist die Arbeitslosigkeit hoch? Oder geht der Wechselkurs nach oben oder unten? im Mittelpunkt. „Hier schauen wir uns die verschiedenen makroökonomischen Faktoren genau an und prognostizieren die Entwicklung für die nächsten Jahre.“

Das Themenfeld Liquiditätsrisiken berücksichtigt Aspekte wie die Einführung neuer Gesetze, den Zugang zu ausländischer Währung sowie Informationen zum Zahlungsverhalten in dem jeweiligen Land.

Sicherheitsrisiken, Bürgerkriege und Korruption spielen bei der Bewertung der Politischen Risiken eine Rolle. „Dazu werfen wir beispielsweise einen Blick auf anstehende Wahlen in einem Land.“

Auf Basis all dieser Faktoren ermitteln die Analysten bei Dun & Bradstreet eine Risikoeinschätzung für das jeweiligen Land. So können Unternehmen mit Hilfe valider Daten entscheiden, mit welchem Lieferanten aus welchem Land sie eine Geschäftsbeziehung eingehen.

Erhöhtes Risiko auch in der DACH-Region

Ein Blick auf die Länderrisiken in der DACH-Region zeigt, dass sich das Risiko durch Corona zwar erhöht hat. Doch mit einem Score von DB2b in Deutschland (vorher DB1c), DB2d in der Schweiz (vorher DB2a) und DB2d in Österreich (vorher DB2b) ist die Lage immer noch vergleichsweise gut.

„Es gibt aktuell kein Land, das einen Score von 1 hat. Die Coronakrise hat die Volkswirtschaften weltweit fest im Griff. Das Thema wird uns noch eine ganze Zeit beschäftigen. Deshalb ist es so wichtig, dass Unternehmen ihre Zulieferer engmaschig kontrollieren und die Entwicklung des Länderrisikos regelmäßig überwachen“, sagt Kuger.

115 Staaten herabgestuft

Von 132 Staaten hat Dun & Bradstreet im vergangenen Jahr 115 herabgestuft. Wie stark sich die Risikoeinschätzung verschlechtert hat, ist von Land zu Land unterschiedlich. Während China aktuell mit einem Country Risk Score von 4a noch besser bewertet ist als vorher, hat sich die Lage in Indien durch die steigende Zahl an Corona-Fällen weiter verschlechtert. Und in Italien geht der Anteil der Zahlungen, die nach 91 Tagen nicht gemacht wurden, rapide nach oben.

„Mehr als 15 Monate nach Beginn der Corona-Pandemie bleibt die Unsicherheit hoch. Die Aussichten auf Länderebene hängen aktuell besonders von drei Faktoren ab. Der Anzahl der neuen Covid-19-Fälle und dem Ausmaß der Mutationen. Der Fähigkeit eines Landes, Impfstoffe zu finanzieren, zugänglich zu machen und dann einzuführen. Und die fiskalische sowie monetäre Kapazität und Entschlossenheit der Behörden, Unternehmen und Haushalte zu unterstützen“, so Kuger abschließend.

Country Insight Report

Aktuelle Einschätzung der Länderrisiken 

Laden Sie jetzt kostenlos unseren Report mit einer Einschätzung der Länderrisiken für Mai 2021 herunter. Zusätzlich erhalten Sie unseren Country Insight Report über Frankreich mit Empfehlungen für Ihre geschäftlichen Aktivitäten in dem Land.

Report hier herunterladen

Mockup - Deckblatt der Country Risk Highlights Mai 2021

Abonnieren Sie unsere Blog-Updates!

Lesen Sie neue Artikel zu den Themen Credit Management, Master Data, Marketing und Compliance als Erste.