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Risikomanagement: So minimieren Sie Risiken in Ihrem Portfolio

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Welches Kreditlimit können wir unserem
 neuen Lieferanten gewähren? Welche Kunden in meinem Portfolio zahlen pünktlich? Und welche Zulieferer stehen kurz vor der Insolvenz? Wer geschäftliche Risiken minimieren möchte, der sollte seine Kunden und Lieferanten genau unter die Lupe nehmen und regelmäßig die Bonität prüfen



In diesem Video erklärt Daniel Schneider, Senior Business Consultant bei Dun & Bradstreet, worauf Unternehmen
bei der Bonitätsprüfung achten sollten und welche Kennzahlen besonders relevant sind.


Seit drei Jahren arbeitet die Firma Schmidt mit einem Kunststofflieferanten aus Thüringen zusammen. Die letzte Bonitätsprüfung des Geschäftspartners liegt bereits mehr als zwei Jahre zurück. „Wir sehen hier keinen Bedarf aktiv zu werden. Schließlich haben wir das Unternehmen bereits am Anfang geprüft“, erklärt der Credit Manager des Unternehmens. Doch damit weit gefehlt, weiß Daniel Schneider, Senior Business Consultant bei Dun & Bradstreet.  
 


„Viele Unternehmen legen den Fokus darauf, vor allem ihre Neukunden zu prüfen. Das ist gut und wichtig. Doch mindestens genauso wichtig ist es, dass Sie auch die Bonität Ihrer Bestandskunden in regelmäßigen Abständen überprüfen. Denn die Informationen von heute sind morgen schon wieder veraltet“, sagt Schneider. 
 

Ampelsystem einsetzen 

Er empfiehlt, das gesamte Portfolio anhand des Risikos zu segmentieren und alle Kunden und Lieferanten mit einem einfachen Ampelsystem in grün, gelb und rot zu kategorisieren. Geschäftspartner, die pünktlich zahlen und eine gute Bonität haben, kommen in die grüne Kategorie. Unternehmen, die schlechter zahlen, sind gelb. Und Firmen, die als besonders gefährdet eingestuft werden, sind rot gekennzeichnet. Besonders bei den gelben und roten Geschäftspartnern ist das Risiko einer Insolvenz am größten. Hier sollten Credit Manager regelmäßig prüfen, wie sich die wichtigsten Kennzahlen entwickeln, um frühzeitig gegensteuern zu können. In einer Credit Policy sollte außerdem genau geregelt sein, in welchen Abständen grüne, gelbe oder rote Geschäftspartner überprüft werden sollen. 

Nicht nur Finanzzahlen dienen als Entscheidungsgrundlage 

Beim Klassifizieren von Neukunden sollten Unternehmen auf externe Daten wie die von Dun & Bradstreet zurückgreifen. Dabei sollten sich Credit Manager nicht nur auf Finanzzahlen wie den Cashflow oder die Eigenkapitalquote konzentrieren. „Ganz entscheidend für eine fundierte Analyse sind auch softe Faktoren wie das Gründungsjahr, die Rechtsform, Verflechtungen oder die Fluktuation im Management. Besteht ein Unternehmen beispielsweise seit 50 Jahren erfolgreich am Markt. Dann erhält es eine bessere Einstufung als eine Firma, die gerade erst vor wenigen Monaten gegründet wurde“, sagt Schneider.  

Beim Klassifizieren von Bestandskunden sollten Credit Manager neben externen Daten außerdem interne Daten nutzen. Wie zuverlässig zahlt das Unternehmen? Seit wann besteht die Geschäftsbeziehung? Gibt es vielleicht Insiderinformationen aus dem Vertrieb zur geschäftlichen Entwicklung des Unternehmens? All diese Faktoren sollten zusätzlich in die Bewertung einfließen.  

„Es ist ideal, mit einer Scorekarte zu arbeiten, in der man interne und externe Angaben kombiniert. So hat man einen guten Blick auf sein gesamtes Portfolio.“

Individuelle Gewichtung festlegen 

Liegen alle Informationen über den Geschäftspartner vor, müssen die einzelnen Parameter je nach Unternehmensziel gewichtet werden. Jede Firma legt dabei individuell fest, welche Faktoren bei einer Bonitätsprüfung für sie welche Gewichtung erhalten. Das Ergebnis ist eine einheitliche Scorekarte. „Für manche Unternehmen ist die Eigenkapitalquote besonders wichtig. Andere legen besonders Wert auf den Umsatz. In Workshops mit unseren Kunden analysieren wir im ersten Schritt genau die Ist-Situation und zeigen dann entsprechende Lösungswege auf.“  

Gerade beim Aufbauen einer Scorekarte ist es wichtig, zu testen. Dafür sollten Credit Manager ein Unternehmen, das eine besonders gute Bonität hat, nutzen sowie eins, das eine schlechte hat. „So können Sie prüfen, wie zuverlässig Ihre Risikoeinschätzung ist“, sagt Schneider.

Automatisch Informationen erhalten 

Um möglichst effizient arbeiten zu können, lohnt sich der Einsatz einer Credit Management Software oder einer Schnittstelle zu Dun &Bradstreet. Über diese Systeme erhalten Nutzer beispielsweise automatisch eine Information, sobald es zu einer Veränderung der Bonität bei einem Geschäftspartner kommt. Zu den Partnern von Dun & Bradstreet in diesem Bereich zählen namhafte Unternehmen der Branche unter anderem Prof. SchumannSerralaSHS VIVEON, SAP und die SOA PEOPLE AG. 

Risikomanagement personalisieren 

Mit D&B Credit Advantage von Dun & Bradstreet können Unternehmen ihr Risikomanagement außerdem personalisieren, indem sie Debitorendaten für intelligentere Entscheidungen mit den branchenführenden Daten und Analytics von Dun & Bradstreet kombinieren. „Durch Einspielen Ihrer Daten in die Lösung bietet D&B Credit Advantage einen Überblick über die Gesamtforderung in Ihrem Portfolio. Dann wird diese mit den vorhersagekräftigen Informationen von Dun & Bradstreet kombiniert, so dass Sie eine Risikobetrachtung innerhalb des Portfolios erhalten“, erklärt Schneider. 

D&B Credit Advantage liefert damit ein klares und vollständiges Bild des Portfolios und der Kundenbeziehungen durch Abgleich, Bereinigung und Integration der Daten von Dun & Bradstreet in allen Konten.

 

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