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Aussetzen der Insolvenzantragspflicht verlängert

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Was Kreditmanager jetzt beachten müssen!

Die Liste der Branchen, die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind, ist lang. Man denke nur an Gastwirte, Reiseanbieter, Messeveranstalter oder Textilhändler. Je länger die Pandemie dauert, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen in die Insolvenz abdriften. Um die Belastung für die Wirtschaft abzumildern, hat der Gesetzgeber nun beschlossen, die Insolvenzantragspflicht über den 31. Januar 2021 hinaus zu verlängern.

Es ist bereits das dritte Mal, dass Unternehmen in Deutschland die Möglichkeit haben, ihre Insolvenzanträge erst einmal nicht zu stellen. Die Regelung gilt für Gesellschaften, die aufgrund der Pandemie wirtschaftlich in eine Notsituation geraten sind.

Welche Auswirkungen hat die aktuelle Situation auf das Kreditmanagement sowie die Beurteilung von Geschäftspartnern? Wie sollten Kreditmanager unter diesen Umständen agieren? Antworten auf diese Fragen liefert Carsten Ettmann, Senior Business Consultant für Risk & Compliance bei Dun & Bradstreet.

Tipps für Kreditmanager in Zeiten von Corona
– drei Fragen an Carsten Ettmann

Herr Ettmann, welche Auswirkungen hat Corona auf das
Kreditmanagement?

Carsten Ettmann: Gerade in diesen Zeiten sind eine fundierte Unternehmensbeurteilung und eine stabile Einschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens im Kreditmanagement unabdingbar. Dafür sollten Kreditmanager auf bekannte Faktoren aus der Vergangenheit eines Unternehmens zurückgreifen. Zusätzlich lassen sich diese Informationen hervorragend mit Daten kombinieren, die den Impact von Covid-19 auf die Einschätzung der Stabilität von Gesellschaften beschreiben. Wir empfehlen daher vorausschauend und rechtzeitig zu handeln und solche Informationen mit in das Entscheidungskalkül einzubeziehen.

Interessant. Und wie funktioniert das Ganze in der Praxis?

Carsten Ettmann: Der D&B Covid-19 Impact Index zeigt beispielsweise den besonderen Einfluss der Pandemie für die von globalen Lieferketten betroffenen Unternehmen mit Blick auf unterschiedliche Branchen und Regionen.

So können Kreditmanager beispielsweise einen risikobasierten Bewertungsprozess für ihre Lieferkette erstellen und ihre Tier-1- und Tier-2-Lieferanten überwachen, um festzustellen, wo sie Notfallpläne benötigen oder finanzielle sowie logistische Flexibilität einplanen müssen.

Der Index bewertet dabei beispielsweise das Risiko eines Unternehmens auf Grundlage des Ausmaßes der geltenden Beschränkungen im Zusammenhang mit COVID-19 und berücksichtigt zudem das Risiko für die Branche, in der das Unternehmen tätig ist.

Welche weiteren Faktoren sollten Kreditmanager aktuell darüber
hinaus beachten, wenn sie Unternehmen bewerten?

Carsten Ettmann: Wir empfehlen zusätzlich eine extrem am Cashflow orientierte Betrachtung der Stabilität von Unternehmen. Mit dem tagesaktuellen PAYDEX® wird das empirisch beobachtete Zahlungsverhalten von Unternehmen beschrieben. Grundlage für den PAYDEX® sind Zahlungserfahrungen die weltweit gesammelt und analysiert werden, um so die Zahlungsperformance von Unternehmen beurteilen zu können. Einfacher ausgedrückt: Er sagt, ob ein Unternehmen seine Rechnungen fristgerecht zahlt oder nicht. Diese liquiditätsorientierte Kennzahl beschreibt damit sehr deutlich etwaige Gefahren und ist daher ein sehr guter Prognoseindikator für Insolvenzen.

Wer zahlt wie?

Veränderungen im Zahlungsverhalten sind ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens. Mit dem D&B DUNTRADE® Programm profitieren Sie von der Prognosekraft eines der größten Zahlungserfahrungspools weltweit und bleiben so über die Zahlungsmoral Ihrer Kunden aktuell informiert.

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