Master Data: Warum Unternehmen Nachholbedarf haben

11 Jun 2019

Im Mai 2019 hat im FIFA-Museum in Zürich ein Event zum Thema «Master Data Excellence» stattgefunden. CDQ und Bisnode begrüßten dabei 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die die Gelegenheit für einen Austausch mit Master-Data-Experten hatten. Wir sprachen mit dem Moderator Patrick Galig, wie er den Tag erlebt hat und was für Ihn die spannendsten Erkenntnisse des Anlasses sind. Eine davon: Die Unternehmen haben noch viel Arbeit vor sich.

80 Datenverantwortliche, Chief Data Officer, CMOs und viele andere sind im Mai 2019 nach Zürich gereist, um an der «Master Data Excellence»-Konferenz teilzunehmen. An vielen Keynotes und Best-Practice-Sessions holten sie sich die neusten Anregungen und Trends zum Thema Master Data.

Patrick Galig hat als Moderator durch den Tag geführt. Im Interview erzählt er über seine Eindrücke, die Begegnungen mit den Teilnehmenden und was Master Data Excellence in der Praxis ausmacht.

Wie war der Event?

Der Anlass war sehr interessant. Es waren viele und vor allem internationale Unternehmen anwesend. Das hat wieder einmal gezeigt, dass das Thema Master Data sehr aktuell ist. Dementsprechend war die Nachfrage sehr groß.

Sie sagen es, der Event war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Wieso zieht das Thema dermaßen gut?

Die Leute merken immer mehr, dass sie heute im Rahmen der digitalen Transformation und dem datengestützten Arbeiten an einer sauberen Datenbasis nicht mehr vorbeikommen. Das ist der eine Grund, warum der Event so Anklang gefunden hat. Der andere: Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, sich mit Experten auszutauschen. Da war die Kombination zwischen Bisnode und CDQ ideal. Bisnode bringt die Daten ein, CDQ hat überragende konzeptionelle Fähigkeiten. Das hat die Leute sehr interessiert.

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Hatten Sie auch die Gelegenheit für einen Austausch? Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Man hat in vielen Gesprächen immer wieder gehört, dass die Leute beginnen, ganzheitlich zu denken. Es dreht sich heute nicht nur noch alles um Master Data Management. Die Unternehmen haben das Bedürfnis, in die Use Cases hineinzugehen. Dazu gehört Compliance. Dazu gehören aber auch Risiko und Marketing. Die Teilnehmer waren wollten daher unbedingt erfahren, wie die Integration in die lokalen Systeme funktioniert.

Das beantwortet fast schon die nächste Frage, nämlich, wieso ist Master Data so wichtig ist. Eigentlich kann man es in einem Satz zusammenfassen: Alles fängt bei den Daten an. Richtig?

Das das stimmt: Es fängt in der Tat alles bei den Daten an. Sie geben eine einheitliche und konsistente Sicht auf die Realität – nämlich auf das, was in einem Unternehmen passiert. Das ist nur möglich, wenn man Master Data im Griff hat und immer weiterentwickelt. Darum ja: Es ist wirklich die Basis von allem.

Bilder CDQ Event

Was sind heute die größten Herausforderungen, die auf die Unternehmen warten?

Da gibt es ganz verschiedene. Wohl die Größte ist Master Data über mehrere Abteilungen zu implementieren. Da wird es schnell kompliziert und komplex. Man muss die Abteilungen zusammenführen – sie haben dabei oft ganz unterschiedliche Ausgangssituationen und Ziele. Das alles zu harmonisieren und orchestrieren, das ist eine riesige Challenge.

Wo stehen die Unternehmen heute?

Viele Unternehmen haben begriffen, dass sie Master Data in Zukunft ernst nehmen müssen. Schließlich haben sie ja den Event besucht. Vielen Firmen geben aber zu, dass sie sich noch im Anfangsstadium befinden. Einige wenige haben sich getraut, sich in der Mitte bis eher gut auf der Maturitätsskala zu platzieren. Es war aber auffällig, dass sich niemand in der Spitzenklasse sieht.

 

Gratis Infografik

Bisnode und CDQ haben die Teilnehmer über Master Data befragt. Laden Sie sich gratis die Infografik mit den Ergebnissen als PDF herunter. Erfahren Sie die Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Die größten Herausforderungen im Bereich Master Data
  • Die eigene Leistungsfähigkeit
  • Die Investitionen in Master Data

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Bleiben wir doch gleich bei der Spitzenklasse. Der Event hat ja unter dem Titel «Master Data Excellence» stattgefunden. Was macht diese Excellence aus?

Auf der einen Seite braucht es eine saubere Strategie und einen Plan, der sehr oft aus einen Businesskontext heraus getrieben ist. Man muss ja als Unternehmen genau wissen, was man erreichen will – und was der Beitrag der Master Data Basis ist, um dort hinzugelangen. Ab diesem Punkt beginnt die Umsetzung, wo man einigen Tücken begegnet. Zum Beispiel wird es in der Systemlandschaft sehr schnell komplex. Wenn man aber Planung, Umsetzung, die richtigen Daten in einer richtig verarbeiteten Art und Weise mit einer durchgängigen Systemlandschaft von Abteilung zu Abteilung hinkriegt und sich so eine einheitliche Sicht schafft, dann redet man von Master Data Excellence.

Gibt es ein Beispiel eines Unternehmens, das Master Data erfolgreich umgesetzt hat?

Ja, da gibt es viele. Ein besonders guter Case ist der von DPD. Sie haben ein neues CRM, nämlich Salesforce, eingeführt. Sie haben realisiert, dass das nur Sinn macht, wenn sie die Daten vorher in den Griff kriegen. Das haben Sie gemacht und dabei nicht gespart. Jetzt haben Sie eine perfekte Datenbasis. Über eine Schnittstelle ziehen sie laufend die aktuellen Daten von Bisnode in das CRM und reichern ihre Daten sogar mit Risikoinformationen an.

Gehen wir nochmal zurück zum Event. Welcher Speaker bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?

Es waren alle Speaker sehr gut. Alle haben bewiesen, dass sie absolute Koryphäen in ihrem Gebiet sind. Jeder Vortrag hatte eine ganz eigene Sicht auf Master Data. Zum Beispiel hat Anna Gleiss sehr deutlich gezeigt, dass sie in den letzten über 10 Jahren das Global Master Data Management bei Siemens enorm geprägt hat. Und obwohl sie schon so lange dran sind, haben sie das Ende der Journey immer noch nicht erreicht. Einen sehr amüsanten Vortrag hielt Dr. Karsten Thiel von Herff. Er hat ein eigentlich sehr ernstes Thema, nämlich Compliance im Sportbereich, auf sehr lustige Art und Weise durchleuchtet. Das hat es für alle sehr spannend gemacht. Dann aber auch die Fachvorträge von CDQ und Bisnode. Sie haben sehr spannende Einblicke gegeben in Themen und Cases, die wirklich passieren – konzeptionell, aber auch best-practice-mässig.

Dann kommen wir bereits zur letzten Frage: Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Take-Away?

Für mich ist das wichtigste Take-Away, dass die Wichtigkeit von Master Data im Bereich der digitalen Transformation momentan wirklich top-of-agenda ist. Dass viele Teilnehmer sogar vom Ausland nach Zürich gereist sind, zeigt, wie wichtig Master Data ist und dass die Positionierung von CDQ zusammen mit Bisnode offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen hat.

Stammdaten sind jedem bekannt. Was haben die Teilnehmer gesagt?