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Working Capital Management: So funktioniert es und darum ist es so wichtig

Working Capital Management - 25 Feb 2019

Working Capital Management stellt in jedem Unternehmen den Geldfluss sicher. Das ist wichtig, denn ohne Geld, kein Business. Der Weg zu mehr Liquidität führt über die aktive Bewirtschaftung Ihrer Forderungen, Verbindlichkeiten und Lagerbeständen. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über Working Capital Management, damit Sie stets genug Mittel für Investitionen und Wachstum haben – und Reserven, falls es einmal eng werden sollte. Laden Sie gleich unsere kostenlose Infografik herunter.

Ohne liquide Mittel geht in der Geschäftswelt nichts. Jede Firma, egal ob Großkonzern oder Einzelfirma, benötigt immer genug Geld, um Rechnungen zu zahlen und – viel wichtiger – zu investieren und zu wachsen.

Liquiditätsengpässe sind besonders für KMUs lebensbedrohlich. 9 von 10 Firmen gehen in Konkurs, weil sie zu wenig flüssige Mittel haben. Es gibt aber noch weitere Nachteile knapper Liquidität. Besonders die Bonität, die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, leidet sehr stark, wenn das Geld nicht zuverlässig fließt. Kredite aufnehmen ist nur noch zu schlechten Zinskonditionen möglich. Das schmälert wiederum den Gewinn – und die Liquidität. Ein Teufelskreis.

Eine schlechte Liquidität bedeutet direkt auch eine tiefe Selbstfinanzierungskraft. Es ist schwierig, zusätzlich zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit auch Investitionen aus eigenen Mitteln zu tätigen. Das ist gerade für wachstumsorientierte KMUs ein großes Problem.

Vereinfacht gesagt: Eine bessere Liquidität sorgt für mehr Handlungsspielraum und Sicherheit.

Working Capital Management hilft dabei, Ihre Debitoren und Kreditoren nach einheitlichen Standards zu bewirtschaften und damit die Liquidität sicherzustellen. Professionelles Working Capital Management bedeutet also: Mehr Liquidität, höhere Rentabilität und bessere Prozess-Effizienz.

So funktioniert Working Capital Management

Working Capital Management besteht aus den drei Säulen: Forderungsmanagement, Kreditoren-Management und Lagerbewirtschaftung. Als Finanzverantwortlicher sind die ersten zwei Bereiche für Sie besonders relevant: Aus Forderungen und Verbindlichkeiten das Maximum herausholen.

Für Ihre Geschäftsleitung einfach und verständlich zusammengefasst: «Debitoren schnell einfordern, Kreditoren spät bezahlen».

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Vorgehensweisen des Working Capital Management, die Ihnen und allen Schweizer KMUs dabei helfen, ihre Liquidität zu sichern.

 

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1. Forderungsmanagement

Ohne Geld kein Geschäft. So einfach es klingt, so schwierig wird es, wenn der Geldfluss versiegt. Daher ist Credit Management für große Unternehmen und KMUs gleichermassen wichtig.

WCM umfasst alle Prozesse rund um die Entstehung und Bearbeitung von Forderungen an Kunden. In Ihrer Credit-Policy halten sie fest, wie Sie Ihr nationales und internationales Forderungsmanagement betreiben. So legen Sie gegenüber der Geschäftsleitung und den Inhabern dar, wie Sie die richtigen Zahlungsziele festlegen und sie korrekt durchsetzen.

Bevor Sie Ihrem Kunden einen Lieferantenkredit gewähren, ihm also Ware auf Rechnung liefern, prüfen Sie auf jeden Fall immer seine Bonität. Nutzen Sie dazu sowohl interne als auch externe Quellen. Das hilft Ihnen, für jeden Kunden das optimale Kreditlimit festzulegen. Sie beliefern dann keine Kunden mehr, die entweder Ihre Rechnung nicht zahlen oder sogar bankrottgehen. Das führt im schlimmsten Fall zur eigenen Insolvenz. Der Konkurs eines Kunden ist die Ursache von 10% aller Firmenpleiten, das ergab eine Studie von 2015.

Working Capital Management: Forderungsmanagement ist die erste Säule des WCM

Skonti erhöhen die Zahlungsgeschwindigkeit. Sie geben einen echten und interessanten Anreiz für die schnelle Begleichung offener Rechnungen.

Manchmal haben Sie es trotz Bonitätsprüfung und Gewähren von Skonti dennoch mit säumigen Zahlern zu tun. Hier hilft ein schnelles und straffes Mahnwesen. Stellen Sie sicher, dass der Prozess in der Credit-Policy festgehalten ist. Mahnen Sie schlechte Zahler schnell und bestimmt, suchen Sie in schweren Fällen sogar das persönliche Gespräch. So kommen Sie schneller an Ihr Geld und verbessern die Zahlungsfrist.

Die Schweiz erwartet in den kommenden Jahren einen enormen Schub bei der Digitalisierung im Forderungsmanagement. Sie automatisiert viele Prozesse der Liquiditätssteuerung wie die Rechnungsstellung, Zahlungsabwicklung oder Bewertung der Ausfallrisiken. Die Digitalisierung wird den KMUs somit dabei helfen, noch effizienter zu operieren. 

2. Kreditoren-Management

Die zweite Säule des Working Capital Management: Die Bewirtschaftung Ihrer Kreditoren. Stellen Sie stets sicher, dass bei Ihren Lieferanten bei der Zahlungsfrist das Maximum herausholen. Dazu ist Verhandlungsgeschick gefragt oder durch Skonti, die Ihnen der Lieferant gewährt.

Workin Capital Management: Holen Sie bei den Kreditoren das Maximum bei den Fristen heraus

Sind Sie mutig? Dann bezahlen Sie die weniger wichtigen Rechnungen bewusst spät. Aber lassen Sie dennoch Vorsicht walten. Denn je später Sie zahlen, desto schlechter wird Ihre Bonität. Nicht, dass Ihnen ein Lieferant oder eine Bank auf einmal einen Kredit ablehnt.

3. Lagerbewirtschaftung

Die dritte und letzte Säule des Working Capital Management: Die Lagerbewirtschaftung. Große Bestände binden viel Kapital. Das kennen Firmen in der Industrie, in der Baubranche und im Handel sehr gut.

Working Capital Management: Lagerhaltung ist die dritte Säule des WCM

Die wichtigste Kennzahl in diesem Bereich ist der Cash to Cash-Cycle. Er misst die Kapitalbindungsdauer in Tagen zwischen der Auszahlung an die Lieferanten und der Einzahlung durch die Kunden. Je tiefer der Wert, desto besser ist das für die Liquidität. Dazu ist es aber notwendig, das Lager aktiv zu bewirtschaften.

Working Capital Management: Darum ist es für den CFO so wichtig

Die Prinzipien des Working Capital Management stellen eine nachhaltige Liquidität sicher.

Als Finanzchef behandeln Sie mit Working Capital Management sowohl Debitoren als auch Kreditoren einheitlich und fair sowie nach standardisierten und für Ihre Unternehmung optimalen Bedingungen. Ihre Kollegen in der Geschäftsleitung wie auch die Inhaber werden es schätzen, wenn Sie in Ihrem Bereich «Best Practice» vorleben.

Working Capital Management ist nicht nur für Großunternehmen wichtig. Besonders für KMUs ist es ein absolutes Muss. Nur so setzen sie gebundenes Kapital frei und haben stets genügend finanzielle Mittel für inneres Wachstum und Investitionen.

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